Prüfungspraxis - Die Bewertung der Prüfungsleistung

Die Bewertung der gezeigten Leistung sollte soweit wie möglich objektiv sein. Einhundertprozentige Objektivität ist in einer mündlich-praktischen Prüfung nicht erreichbar, aber man kann als Prüfer einiges dafür tun, um Objektivität anzustreben.

Dazu gehört neben dem eigenen sich Bewusstmachen möglicher unterschwelliger Einflussfaktoren auf die Bewertung, auch die Einhaltung bestimmter formaler Rahmenbedingungen. Dazu gehören z. B. die genaue Einhaltung der Prüfungszeit, die Durchführung von Einzel- statt Gruppenprüfungen mit Weiterreichen nicht beantworteter Fragen oder auch die Dossierung der Hilfestellung durch den Prüfer, wenn eine Frage nicht beantwortet werden kann. Wichtige Grundvoraussetzung für eine möglichst objektive  Prüfung ist jedoch ein gut vorbereiteter Fragen- bzw. Aufforderungskatalog, der vorab nach der Schwierigkeit eingestufte Fragen (Tax 1 und Tax 2) in genügendem Umfang enthält. Die folgenden Ausführungen enthalten Annäherungswerte, die nicht als exakt umzusetzende Werte zu verstehen sind.

Bewertung der Fragen

  • Grundlage ist die JPrO § 13 (1), im mündlich-praktischen
    Teil zusätzlich in jedem Prüfungsfach bestanden oder nicht
    bestanden
  • 60 % Fragen aus Tax 1 (Wissen/Verstehen),
    40 % Fragen aus Tax 2 (Anwenden/Beurteilen)
  • Jede Frage wird bewertet.
  • Alle Fragen bestanden, bei einer Leistung, die
    abgesehen von einzelnen Mängeln, den Anforderungen
    entspricht oder besser ist oder nicht bestanden für eine
    mit erheblichen Mängeln behaftete oder völlig unbrauchbare
    Leistung. Mangelhafte Prüfungsleistungen (früher KO-Kriterien) beachten!
    Keine Mitteilung des Einzelergebnisses vor der Schluss-
    besprechung!

Hinweis: Für das Ausbildungsfeld 5 sind in der Prüfung die vorgegebenen Standards unbedingt zu beachten!