Das Ausbildungsfeld 4 - Jagdrecht/Jagdethik

4.1 Jagd-, Tierschutz- sowie Naturschutz- und Landschaftspflegerecht umsetzen
Am 01. April 2015 tritt das vom Landtag Baden-Württemberg verabschiedete Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) in Kraft und wird das bisherige Landesjagdgesetz und wesentliche Teile des Bundesjagdgesetzes ersetzen.

Diese Gesetzesnovellierung hat auch Auswirkungen auf die Ausbildung und Prüfung der Jagdscheinanwärter. Das neue JWMG betrifft das Ausbildungsfeld 1 "Wildtiermanagement" und auch das Ausbildungsfeld 4, in dessen Rahmen gesetzliche Regelungen zur Jagd vermittelt werden, aber auch jagdethische Aspekte angesprochen werden müssen.

Die notwendige Durchführungsverordnung für das neue Gesetz liegt derzeit noch nicht vor, der LJV hat aber angekündigt, dass er für Ausbilder und Prüfer Informationsveranstaltungen zum neuen Jagdrecht anbieten wird.

4.2 Jagdethik - die Jägerschaft repräsentieren
Jagdethisches Bewusstsein ist mehr als die Qualifikation für bestimmte jagdliche Tätigkeiten, sie umfasst Verantwortung gegenüber
  • jagdbaren und nicht jagdbaren Wildtieren in ihrem Lebensraum
  • Jagdhunden
  • anderen Jägern
  • den nicht jagenden Mitmenschen.

Jagdethik ist die Grundlage des jagenden Menschen in seiner Verantwortung gegenüber der Natur und der Gesellschaft in Form von Normen und Werthaltungen. Thematisiert wird diese umfassende Handlungsgrundlage des Jägers in diesem Ausbildungsfeld.

Thema Wolf in der Jägerausbildung
Die Thematik "Rückkehr des Wolfes" sollte im Rahmen der Ausbildung unter länderübergreifender Perspektive angesprochen werden. Möglichkeiten dazu sind in drei Ausbildungsfeldern mit Informationen zu folgenden Stichpunkten gegeben:

AF 1 Wildtiermanagement

Wolf als nicht dem Jagdrecht unterliegender Canide (Hundeartige).

AF 3 Jagen/Hunde

Jagdbare Wildtiere als Beutetiere des Wolfes, Einfluss des Wolfes auf die Jagdstrategie des Jägers, Wolf als Gefahr für den Jagdhund.

AF 4 Recht/Ethik

Wolf als geschütztes Wildtier, das nicht dem Jagdrecht unterliegt, Bedeutung der Rückkehr des Wolfes für die Jagd, Verhältnis Wolf und Mensch.

Methodische Hinweise:

  • Kurze Ausbildinformation (abgesprochen zwischen den Ausbildern der drei Fächern)
  • Kurzvortrag (Statement) eines oder mehrer interessierten Kursteilnehmern (Langzeitkurse) zu einzelnen Aspekten mit häuslicher Vorbereitung, wobei das Informationsmaterial zur Verfügung gestellt wird.

Als weitergehende Informationsquellen können angegeben werden:

1. Handlungsleitfaden für das Auftauchen einzelner Wölfe
https://mlr.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mlr/intern/dateien/publikationen/Rueckkehr_des_Wolfes.pdf
hier insbesondere Kontaktadressen für die Meldung beim Feststellen von Einzelwölfen im Revier z. B.  Totfund, Sichtung, Riss, Fährte, Losung:

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Wildtierbeauftragte in den Landkreisen, Kontaktdaten unter:
www.wildtiermonitoring.de

Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz B.-W, Karlsruhe
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2. Wild und Hund Nr. 11 vom 3. Juni 2015, Editorial und S. 30 ff: "Lebensgefahr? Jagdhunde im Wolfsrevier."