Das Ausbildungsfeld 1 - Wildtierökologie und Revierbetreuung

Wildtierforschung, Jagd und Hege (Unterstützung durch Wildtiermonitoring und Berichtswesen) bilden die Eckpfeiler des Wildtiermanagements.

Neben der nachhaltigen Nutzung der Wildtierbestände ist es gemäß dem Jagd- und Wildtier-mangementgesetz (JWMG) Aufgabe der Jagd, eine Beeinträchtigung der ordnungsgemäßen land- und forstwirtschaftlichen Nutzung zu vermeiden, der Entstehung und Ausbreitung von Tierseuchen entgegenzuwirken und die biologische Artenvielfalt durch den Einsatz jagdlicher Mittel zu erhalten. Dazu gehört auch, dass der Ausbreitung von invasiven, nicht erwünschten Arten jagdlich entgegengewirkt wird. Jagd und Hege leisten also einen wesentlichen Beitrag zum Wildtiermanagement.

Der Jäger als Heger hat die Aufgabe, gesunde und stabile Populationen unserer heimischen Wildtierarten sowie deren Lebensraum zu erhalten und zu fördern und den Bestand bedrohter Tierarten zu stabilisieren, wie es seit Jahren seitens der Jägerschaft geschieht, z. B. im Hinblick auf das Auerwild und das Rebhuhn.

Die bisherige Zuordnung in jagdbare und geschützte Wildarten mit Jagd- und Schonzeiten wird ersetzt durch eine Einordnung in das sogenannte „Schalenmodell“. Es gibt drei Schalen:

  1. Nutzungsschale
  2. Entwicklungsschale
  3. Schutzschale

Das Schalenmodell ist vom Grundgedanken geprägt, dass nur Tiere bejagt werden dürfen, die genutzt werden können bzw. für die es einen vernünftigen Grund zur Erlegung gibt, z.B. Seuchenprophylaxe beim Fuchs.

Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, sind Kenntnisse über die Wildtiere und deren Lebensräume, ihre Zuordnung im Schalenmodell und insbesondere der Zusammenhänge notwendig, wie sie Gegenstand des Ausbildungsfeldes 1 sind.

Im Ausbildungsfeld 1 „Wildtiermanagement „ mit den Teilausbildungsfeldern

  • Tierarten/Wildbiologie (1.1)
  • Wildhege (1.2.)
  • Biotoppflege (1.3)
  • Land- und Waldbau (1.4)
  • Wildschadensverhütung in Feld und Wald (1.5)

wird dieser Zielsetzung Rechnung getragen. In Anlehnung an die Gesetzgebung vom 12. November 2014 „Gesetz zur Einführung des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes“ wird gemäß Anlage (zu § 7 Absatz 1 und 3) begrifflich nur noch Haarwild und Federwild in diesen Leitlinien unterschieden.

Die Begrifflichkeiten Hoch- und Niederwild im Sinne des Prüfungs- und Ausbildungsrahmenplanes 1.1.1 (Anlage 1 zu Nummer 2.1 JPrOVwV) finden im Rahmen der Ausbildung ihre Anwendung und erfahren damit auch ihre traditionelle Würdigung.